1. Generation

 

Barbier (lat. Tonsor) Andreas Birckbüchler, Witwer (1), heiratet am 8. Januar 1733 in Oberlauterbach Melchid geb. Jauchin, Witwe (1.2.). Trauzeugen waren Joannes Michael Kunn und Jacobus Stribig. Sechs Jahre später stirbt er am 6. Oktober 1739 ebenfalls in Oberlauterbach. Diese Ehe ist aber seine zweite gewesen. Die erste Ehefrau (1.1.) ist nicht bekannt. Diese ist aber die Mutter von Andreas Sohn Jakob, der laut Kirchenbucheintrag am 7. Februar 1735 in Oberlauterbach Margaretha Gunsohn geheiratet hat. Dieser Termin liegt nur zwei Jahre nach dessen Hochzeit  mit Melchid Jauchin und beweist eine vorhandene erste Hochzeit. Leider existieren hierzu keine urkundlichen Nachweise. Aus dieser 1. Ehe stammen noch ein weiterer Sohn Franz-Josef (Quelle siehe Todeseintrag Vater im Kirchenbuch) sowie Tochter Anna Maria. Sie war verheiratet mit Valentin Hubert und starb am 20. Juni 1744 in Oberlauterbach .  Beide Söhne waren wie ihr Vater von Beruf Barbiere/ Chirurgen.

 

Birckbüchler, Andréas (1)                        

Barbier 

geb. ca. 1690

2x verheiratet:

geh. :

1.1. unbekannt, Kinder:

 

*  Birckbüchler, Franciscus Josephus

 

*  Birckbüchler, Jacob  (Jacobus) (2)

 

         geb.     ca. 1715 Oberlauterbach

 

         geh. 07.02.1735 Oberlauterbach ,

 

                 GUNSOHN Margaratha (2.1.), 13 Kinder

 

         gest. 22.08.1773 Oberlauterbach

 

*  Bürckbüchler, Anna Maria

 

         geh. HUBERT, Valentin

 

         gest. 20.06.1744 Oberlauterbach

geh. : 08.01.1733 Oberlauterbach

1.2. Jauchin, Melchid, Witwe, keine Kinder

gest.: 06.10.1739 Oberlauterbach

 

 

In einigen Kirchenbucheintragungen werden als Beruf unserer Vorfahren die Namen Chirurg, Barbier (lat. Tonsor) aufgeführt. Dies waren Handwerksberufe. Überschneidungen der Tätigkeiten waren groß.  Im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit wurden im Bereich der Körperpflege, Wundheilung und Krankenpflege tätige Personen als Barbiere bezeichnet. Wie der Bader pflegte er vorwiegend die Behaarung von Männern. Er war aber auch bis ins 18. Jahrhundert hinein chirurgisch tätig. Im Unterschied zu den Medizinern, deren Wissen in erster Linie theoretischer Natur war, führten die Barbiere oder Bader verschiedene Tätigkeiten durch: Aderlass, Schröpfen, Behandlung von Knochenbrüchen und Zähne ziehen, aber oft auch noch Wund- und Frakturbehandlung. Im harten Konkurrenzkampf errangen die Barbiere gegenüber den Badern einen Vorteil: diese durften ihre Dienste meist auch außerhalb ihrer Barbierstuben ausüben. Bader und Barbiere bestätigten sich entgegen der gesetzlichen Verordnungen auch in der inneren Medizin und Pharmazie. Damit füllen sie - besonders auf dem Lande - eine wichtige Marktlücke, denn die Zahl der Ärzte und Apotheker blieb bis ins 19.Jh. hinein sehr gering. Chirurgen wurden - selbst bei inneren Krankheiten - von Personen aus allen Schichten konsultiert. Bader und besonders Barbiere standen oft in hohem Ansehen, bekleideten öffentliche Ämter. Bei vielen Eintragungen im Kirchbuch von Oberlauterbach findet man  im 18. Jh. die Unterschrift von Jacob Birckbüchler, Sohn von Andreas, als Taufpate bzw. bei Sterbeeintragungen! Meist war der chirurgische Betrieb recht klein. o praktizierten viele Meister auf dem Land alleine. So wird es auch in Oberlauterbach gewesen sein.

 

 Bild aus Wikipedia

 

Quellen:

Oberlauterbach - Paroisse catholique (avant 1793) - Registre de baptemes , 1709-1779 - 3 E 346/1 - Geburten/Taufen

Oberlauterbach - Paroisse catholique (avant 1793) - Registre de sépultures , 1709-1805 - 3 E 346/5 - Sterbefälle

BURCKBUCHLER, Claude - www.sites.google.com/site/burckbuchler

BÜRCKBÜCHLER Privatarchiv